´Gut, dass wir ein leistungsfähiges Gesundheitssystem haben!´

Krankenpfleger und Ratsherr Dominik Bruns aus Jeddeloh II im Gespräch

Dominik Bruns ist Krankenpfleger und Mitglied des Edewechter Gemeinderates
Dominik Bruns ist Krankenpfleger und Mitglied des Edewechter Gemeinderates
Die Edewechter Rundschau sprach in dieser besonderen Zeit mit Dominik Bruns, Ratsherr im Edewechter Gemeinderat aus Jeddeloh II. Er ist beruflich als Krankenpfleger tätig.

Wie würdest Du Deinen Arbeitsplatz beschreiben?

Insgesamt verfügt die Station über 33 Betten, drei Einbett-, zwölf Zweibett- und ein Dreibettzimmer. Zusätzlich haben wir zwei Pflegearbeitsräume und ein Dienstzimmer. Die Hälfte der Zimmer haben eine Patientenschleuse, wo man sich, bevor man das Patientenzimmer betritt, Schutzkleidung anzieht und desinfizierende Arbeiten durchführt. Es kommt oft zu herausfordernden Situationen, da das Anziehen der Schutzkleidung sehr viel Zeit benötigt. Aber wir haben ja patientennahe Aufgaben zu erfüllen wie Verbandwechsel, Körperpflege oder die engmaschige Kontrolle der Vitalparameter. Auch muss man reagieren, wenn es zu einem Einbruch der Vitalparameter kommt, wenn es dem Patienten deutlich schlechter geht und eine Intensivverlegung nötig wird. Beim Ausziehen der Schutzkleidung muss sehr konzentriert arbeiten, um nicht mit infektiösem Sekret in Berührung zu kommen, z.B. Aerosole an der Schutzmaske.

Wie sieht Deine konkrete Gefährdung aus? Was ist Deine größte Sorge?

Am Anfang war ich unruhig und unsicher, da ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Zudem haben mich Bilder von anderen europäischen Nachbarstaaten beunruhigt. Es herrschte auch eine gewisse Hilflosigkeit, da keine Schutzkleidung nachgeliefert wurde und von der Politik kam anfangs auch nur wenig. Meine Sorge ist, andere Menschen unbewusst anzustecken, die selber schon sehr krank sind, da ich ja auch im familiären Umkreis mit älteren und kranken Menschen zu tun habe.
Welche Anspannung ruht auf den Pflegekräften und wie gehen sie damit um?

Als Pflegekraft hat man doch sehr viel Angst und Unwohlsein, dem Patienten nicht immer gerecht zu werden. Das gilt auch für die Versorgung von Patienten, die nicht an COVID erkrankt sind, dafür muss ja auch die Zeit da sein. Mein Arbeitgeber hat geplante Operationen abgesagt und Personal von den operativen Stationen zu verteilen, um unterstützend tätig zu sein. Wir Pfleger tauschen uns regelmäßig aus, auch mein Arbeitgeber bietet Hilfe an (psychologische Unterstützung, Betriebsarzt), wenn es mal brennt.

Was sind die größten Sorgen, Nöte und Wünsche der Patienten und der Angehörigen/Freunde?

Patienten haben oft den Wunsch, schnell wieder gesund zu werden, auch fürchten viele einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung. Viele reden auch über ihre berufliche Perspektive, haben Existenzängste oder Angst, auch nicht mehr richtig gesund zu werden. Alle Patienten, die wir betreut haben, sind vollständig genesen. Gut, dass wir ein gutes und leistungsfähiges Gesundheitssystem in Deutschland haben.

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